Wege zur Qualität Wegleitung Herausfordernde Verhaltensweisen

Wege zur Qualität · Wegleitung Herausfordernde Verhaltensweisen

Rückblick nach einem Vorfall

Die sachliche Reflexion im Team: was geschehen ist, was es bewirkt hat und was daraus folgt. Der Rückblick ist die erste der drei Reflexionsformen des Verfahrens. Die zweite, die Rechenschaft, hat ein eigenes Blatt; die beiden werden nicht vermischt.

Kapitel5 DanachArtAblaufGrundlageLeitfaden Rückblick, Stiftung Wege zur Qualität

Wann

Nach einer Eskalation, sobald alle Beteiligten wieder sicher und zur Ruhe gekommen sind, und so bald wie möglich danach, solange die Erfahrungen frisch sind. Ebenso nach einer Phase, in der ein Begleitkonzept angewendet wurde und überprüft werden soll.

Wer

Alle, die beteiligt waren, und die, die es nicht waren. Während eine Aufgabe delegiert ist, ist sie für das übrige Team unsichtbar; der Rückblick holt sie ins gemeinsame Bewusstsein zurück. Die fallführende Person berichtet, das Team ergänzt. Liegt eine Rückmeldung des betreuten Menschen oder der Angehörigen vor (Resonanz), wird sie hier eingebracht.

Wie

Etwa dreissig Minuten. Zuerst berichtet die fallführende Person entlang der Leitfragen, ohne Unterbrechung. Dann ergänzt das Team eigene Beobachtungen, prüft die Deutungen und erarbeitet die Konsequenzen. Fragen und sachliche Kritik sind erwünscht; darum geht es.

Der Rückblick ist keine Wiederholung des Ablaufs. Er richtet den Blick auf die Wirkungen und auf das, was sich darin zeigt.

Leitfragen

  1. Ausgangslage. Wie stellte sich die Situation zu Beginn dar? Was hat das Tätigwerden ausgelöst?
  2. Motive und Ziele. Was war die Absicht? Was sollte bewirkt werden?
  3. Tatsächliches Vorgehen. Was wurde konkret getan? Wie ist das Team vorgegangen?
  4. Folgen und Wirkungen. Was hat sich beim betreuten Menschen und in seinem Umfeld tatsächlich verändert? Was hat es bei den Mitbewohnenden und im Team bewirkt?
  5. Deutung und Tendenzen. Was spricht sich in diesen Wirkungen aus? Zeigt sich Entwicklung, Stillstand, Erstarrung? Welche der Annahmen aus dem Fallverstehen haben sich bestätigt, welche nicht?
  6. Konsequenzen. Was folgt daraus für das Begleitkonzept, für den Notfallplan, für die Zusammenarbeit? Wer verantwortet die nächsten Schritte, bis wann, und wann wird zurückgeschaut? Die Fragen zur Zusammenarbeit stehen im Hilfsmittel «Teamsitzung nach einem Vorfall».

Worauf achten

Quelle

Stiftung Wege zur Qualität, Leitfaden Rückblick (Arbeitshandbuch, Beurteilungs- und Verbesserungsmanagement). Zur Trennung von Rückblick und Rechenschaft siehe Kapitel 5.